AIKIDO ist bunt

…auch im Training, wo jeder mit jedem die selbe Technik mit unterschiedlichem Fokus üben kann.

Jeder Partner ist ein guter Partner

– Mit offenen Händen agieren –

Freitag 19.06.2026 – ich war gerade auf dem Weg zum internationalen Straßenfest – sorry, zugegeben ich habe bei dem Wetter das Training geschwänzt. Mia culpa.

Aber auch dazu fällt mir ein Aikido-Sprichwort – oder soll ich sagen Weisheit – ein?

Jeder geht seinen Weg im/ins Aikido in seiner Geschwindigkeit. Geht ein Aikidoka 5 Mal die Woche ins Training wird er natürlich andere Erfolge sehen, als wenn jemand nur alle 2 Woche eine Trainingseinheit wahrnehmen kann. Ist aber nicht schlimm – wir müssen keine Wettkampfkader oder Mannschaften stellen – wir dürfen mit Genuss an den Trainings für uns teilnehmen. Oder -wie ich- auch mal nicht aktiv teilnehmen.

Wie gesagt, es war kurz vor 21 Uhr, das Dojo in der Halle I der Realschule am Klostergarten war noch beleuchtet, also bin ich hinein, hab mich aufs Bänkle gesetzt und zugeschaut.

Viele der Trainierenden kenne ich aus dem Senioren-Anfänger-Kurs. Sie hatten einen guten Teil der gelegten Matten für sich in Benutzung. Der andere Mattenteil war von jüngeren Aikidoka belegt – auch hier fand jeder Teilnehmer einen passenden Partner.

Denn wie sagte schon Ueshiba – der Erfinder des Aikidos? Jeder Partner ist ein guter Partner. Klar ist es angenehmer, mit jemand zu trainieren, bei dem jede Technik funktioniert, jeder Wurf klappt, jeder Hebel sitzt. Aber ist das die Realität?

Aikido ist eine Selbstverteidigung – natürlich ist sie noch nicht nach der ersten Trainingseinheit garantiert effektiv – aber wir gehen ja unseren Aikidoweg und lernen und werden besser und effektiver. Trotzdem müssen wir uns unsere Flexibilität erhalten und auch reagieren können, wenn wir von jemand angegriffen werden.

Und aus diesem Grund ist vielleicht tatsächlich der schwierigere Partner, bei dem man jede Bewegung und Aktion hinterfragen und auch verbessern muss auf Dauer derjenige der einen persönlich weiterbringt.

Versucht nicht den Angriff zu Blocken

Ja, und dann sind da noch die offenen Hände. Es gibt zwar einige Faustangriffe – aber eben nur Angriffe um das Verteidigen zu lernen. Und genau auf diesen Punkt legte Trainer Andreas Bartel sein besonderes Augenmerk in diesem Training. „Versucht nicht den Angriff zu Blocken oder zu bremsen oder abzubrechen – meinst ist der Angreifer sehr stark – nimm seine Energie mit offenen Händen auf (offen, damit sie nicht gegen dich geht) und leite sie gegen den Angreifer um.“ War sein Tipp für die Trainierenden.
Vermutlich macht ein bissl Lebenserfahrung die Umsetzung dieser Theorie einfacher – verständlicher oder man ist motivierter defensiv in eine Situation zu gehen, was aber nicht heißen soll, dass Aikido nicht in jedem Lebensalter erlernbar ist und dabei noch richtig Spaß macht.